Ein arktischer Tag in Zürich mit dem NONAM | Polarjournal
Diesen Sonntag, den 4. Februar, entführt Sie das NONAM in Zürich in die Arktis. Zwischen Kunst aus der ganzen Arktis, Kehlkopfgesang, Musher und Huskies bietet das Museum im Rahmen seines Arktis-Tages eine ganze Reihe von Aktivitäten für Jung und Alt an. Bild: Markus Bühler / NONAM

Die Arktis kommt nach Zürich. Das NONAM hat ein ganzes Programm rund um den hohen Norden zusammengestellt, das sowohl Arktis-Fans als auch Arktis-Spezialisten begeistern dürfte, sowohl Erwachsene als auch Kinder.

Das Nordamerika Native Museum in Zürich (NONAM) startet seine neueste Ausgabe des Arktis-Tages. Auf dem Programm stehen Kehlkopfgesang, Arctic Circumpolar Art, die Entstehung von Schnee, Huskies und vieles mehr. Der Tag soll nämlich nicht nur die Arktis entdecken lassen, sondern vor allem das Bewusstsein für die Herausforderungen schärfen, mit denen diese Region konfrontiert ist. „Als das NONAM mit der Organisation dieser Veranstaltung begann, war die Arktis noch keine Region, über die so viel gesprochen wurde wie heute“, sagt Raffaella Manferdini, die Leiterin der Museumsverwaltung. „Das Ziel ist es, das Bewusstsein in Bezug auf diese Region zu schärfen, im Kontext mit gefährdeten indigenen Kulturen und dem Klimawandel, der die Arktis zunehmend beeinflusst.“

Das NONAM bietet mehrere Workshops und Führungen an. So werden die Besucher ab 10.00 Uhr mit Markus Bühlers Film über das Hundeschlittenrennen in Qaanaaq, einem Dorf mit etwa 600 Einwohnern im nördlichsten Teil dieser großen, eisbedeckten Insel, in den hohen Norden Grönlands aufbrechen. Im Laufe des Tages findet ein Workshop mit echten Huskies statt. Eine Gelegenheit, Polarhunde zu treffen und mehr über den Beruf des Mushers zu erfahren.

Sie werden da sein! Während des Tages haben die Besucher des NONAM die Möglichkeit, echte Muothatal-Huskies zu treffen und mehr über Schlittenhunde und Musher zu erfahren. Foto: Markus Trienke / Wikicommons

Was Kultur und Kunst betrifft, so bietet der Arktis-Tag eine großartige Ausstellung über die Kunst der arktischen Region. Die Gelegenheit, eine Führung durch die Ausstellung „Sedna. Mythos und Wandel in der Arktis“ vor ihrer Finissage am 17. März zu genießen. Die vom Cerny Museum und dem NONAM mitorganisierte Ausstellung begann im Februar 2023 und bietet anhand mehrerer Skulpturen, Gemälde und Filme einen tiefen Einblick in die Welt der indigenen Völker des hohen Nordens. Zwei Führungen von Martha Cerny, Direktorin des Cerny Museums in Bern, und Heindrun Löb, Direktorin und Chefkuratorin am NONAM, werden am Sonntagmorgen und -nachmittag stattfinden.

Anhand von Skulpturen, Gemälden und Filmen, die vom Cerny Museum in Bern angeboten werden, können die Besucher die arktischen Urvölker durch ihre Kunst kennenlernen. Foto: Jonathan Labusch / NONAM.

Ein weiteres Ereignis, das nicht verpasst werden sollte, ist der Auftritt von Atsynga Letykai. Die aus Tschukotka, einem Gebiet im äußersten Nordosten Sibiriens, stammende Künstlerin wird die Zuhörerinnen und Zuhörern mit den Märchen ihrer ursprünglichen Heimat und dem wunderschönen und betörenden Kehlkopfgesang in die unendlichen Weiten der Arktis entführen.

Die tschuktschische Künstlerin und Schamanin Atsynga Letykai ist bekannt für ihre Auftritte mit Kehlkopfgesang, den sie auf einer Ritualtrommel begleitet. Foto: Nordamerika Native Museum, 2023, Jonathan Labusch

Schließlich werden im Laufe des Tages Workshops abgehalten, bei denen die Besucher in einem von der Kinderuniversität Zürich geleiteten Workshop erfahren können, wie Schnee entsteht. Groß und Klein können sich mit der Swiss Polar Class auf die Suche nach dem Lager einer verschollenen Polarexpedition begeben, bevor sie einen Pelzanorak anziehen und ihre Schneebrille aufsetzen, um ein Erinnerungsfoto neben einem Kajak oder einem Inukshuk zu machen. Die geduldigeren Kinder können sich an einem Fadenspiel versuchen.

Ajaraaq ist ein Fadenspiel, bei dem es darum geht, Tierfiguren, Körperteile oder Gegenstände darzustellen. Traditionell war dieses Spiel bei weitem nicht nur Kindern vorbehalten, sondern wurde auch von Erwachsenen gespielt. Mit etwas Übung kann der Spieler sehr ausgefeilte Figuren herstellen. Foto: espace-inuit.org

Im vergangenen Jahr hatte das NONAM mehr als 500 Besucher zu seinem Arktis-Tag begrüßt. Der Arktis-Tag des Museums, der 2016 erstmals am Rande der Ausstellung „Vanishing Thule“ eingeführt wurde, hat sich zu einer Veranstaltung entwickelt, die nun jedes Jahr Anfang Februar stattfindet.

Das vollständige Programm finden Sie auf der Website des NONAM.

Mirjana Binggeli, PolarJournal

Illustration: Markus Bühler

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