Longyearbyen beendet Mietvertrag mit russischem Generalkonsulat | Polarjournal
Das Generalkonsulat in der russischen Bergbausiedlung Barentsburg (rotes Gebäude im Bild ganz hinten links) kümmert sich um die Angelegenheiten der rund 350 Einwohner des zweitgrößten Ortes auf Spitzbergen. Foto: Heiner Kubny

Kündigung wegen Eigenbedarf: Die Gemeindeverwaltung von Longyearbyen auf Spitzbergen beendet den Mietvertrag mit dem russischen Generalkonsulat in Barentsburg für Räumlichkeiten in Longyearbyen zum 31. März 2024.

Zum 1. April 2024 muss der russische Generalkonsul eine neue Unterkunft in Longyearbyen finden. Die Gemeindeverwaltung Longyearbyen Lokalstyre kündigte der Lokalzeitung Svalbardposten zufolge den Mietvertrag mit dem Generalkonsulat in Barentsburg im Dezember vergangenen Jahres. Die möblierte Wohnung im Vei 232 in Longyearbyen, die das Konsulat seit August 2022 nutzt, werde für die eigenen Angestellten benötigt. Ein plausibler Grund, denn Wohnraum ist knapp in Spitzbergens Hauptort.

Longyearbyen Lokalstyre plant, einen großen Teil seiner Wohnungen — die vom russischen Konsulat genutzte eingeschlossen — an Statsbygg, die norwegische Behörde für Immobilienbau und -verwaltung, zu übertragen. Aktuell verwaltet Statsbygg 18 Immobilien auf Spitzbergen, neben Wohnungen auch Forschungsstationen, Universitätsgebäude und die Kirche.

Der Generalkonsul Andrei Chemerilo sucht nun eine neue Wohnung, die für die konsularischen Leistungen und als Unterkunft geeignet ist. Dabei hofft er auf die Unterstützung des Gouverneurs von Spitzbergen, mit dessen Hilfe bereits im Jahr 2010 ein Mietvertrag mit Longyearbyen Lokalstyre geschlossen wurde.

«Das Fehlen des Treffpunkts wird die Durchführung der konsularischen Aufgaben für norwegische und russische Staatsbürger in dieser Siedlung erheblich erschweren», heißt es laut Svalbardposten in dem Schreiben des Generalkonsuls an den Gouverneur. «[…] Das Generalkonsulat ist bereit, alle alternativen Angebote zu prüfen. Das Generalkonsulat nutzt diese Gelegenheit, um dem Gouverneur erneut seine höchste Wertschätzung zu versichern.»

Julia Hager, PolarJournal

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