Netflix-Serie beginnt mit Dreharbeiten in Iqaluit | Polarjournal
Mit Humor von den Erfahrungen und Schwierigkeiten der Ureinwohnerinnen zu erzählen. Das ist das Ziel der beiden Schöpferinnen und Produzentinnen der neuen Serie North of North, die von Netflix in Auftrag gegeben wurde, Alethea Arnaquq-Baril (links) und Stacey Aglok MacDonald (rechts). Foto: Netflix

Eine neue Serie, deren Dreharbeiten in Nunavut gerade begonnen haben, soll auf der beliebten Online-Streaming-Plattform Netflix veröffentlicht werden. Die humorvolle Serie wurde von zwei Inuit-Produzentinnen entwickelt und handelt von einer jungen Inuk-Frau und ihrer Tochter.

Eine junge Inuk-Mutter will eine neue Zukunft für sich aufbauen. Nicht einfach in einer kleinen Stadt in Nunavut, wo jeder alles über jeden weiß.

Auf der Grundlage dieser Geschichte beginnt eine neue Serie, die in Iqaluit, Nunavut, gedreht und von zwei Inuit-Regisseurinnen bzw. -produzentinnen realisiert wird. Im Auftrag von Netflix, CBC und APTN (Aboriginal Peoples Television Network) begann die Produktion von North of North am 14. März im kanadischen Arktisgebiet. Die Serie wurde von zwei Inuit-Produzentinnen ins Leben gerufen: Stacey Aglok MacDonald, die bereits Twice Colonized über die Aktivistin Aaju Peter produziert hatte, und Regisseurin Alethea Arnaquq-Baril, die unter anderem für ihren hervorragenden Dokumentarfilm Angry Inuk aus dem Jahr 2016 bekannt ist.

Die Pläne für die Serie waren bereits im März letzten Jahres bekannt gegeben worden. In einer Pressemitteilung von Netflix vom 30. März 2023 hatten die Macher ihre Begeisterung zum Ausdruck gebracht: “ Die Serie ist voll von Geschichten, die direkt aus unseren Herzen und unseren Lachmuskeln kommen. Wir haben aus unseren Erfahrungen als Inuit-Frauen geschöpft, die als indigene Frauen leben, lachen, weinen und zusammenleben. Wir freuen uns so sehr auf die Zusammenarbeit mit all unseren unglaublichen Partnern bei CBC, Netflix und APTN und können es kaum erwarten, mit den Dreharbeiten zu beginnen!“

Die Inuk-Schauspielerin Anna Lambe wird die Rolle der Siaja spielen, während die siebenjährige Keira Cooper ihre Tochter Bun verkörpert. North of North wird das Mutter-Tochter-Duo über zehn Episoden begleiten, von denen die erste von Stacey Aglok MacDonald selbst gedreht wird. Fotos (von links nach rechts): IMDB / Netflix

Anna Lambe hat zuvor mit Stacey Aglok MacDonald in The Grizzlies zusammengearbeitet, einem Drama aus dem Jahr 2018. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte und handelt von einer Gruppe von Inuit-Schülern, die ein Lacrosse-Team gründen, um die Selbstmord-Epidemie in ihrer Stadt Kugluktuk zu bekämpfen. Die Rolle brachte Lambe eine Nominierung als beste Nebendarstellerin beim Canadian Screen Award, dem Äquivalent der Academy Awards, ein.

Die Serie wird von Northwood Entertainment und Red Marrow Media koproduziert. Letztere ist eine indigene Produktionsfirma mit Sitz in Iqaluit. Sie wurde von Arnaquq-Baril und Aglok MacDonald mit der Mission gegründet, die Menschen mit Humor zum Nachdenken anzuregen: „Wir mögen überraschende Perspektiven, verdrehten Humor mit Herz und das Brechen von Generationsflüchen, um ein bisschen weniger verkorkst zu sein. Wir lieben es, zu unterhalten, aber wir wollen das Publikum auch verbinden und in größere Diskussionen einbeziehen“, erklären die Gründerinnen.

Bundesmittel und Gesetzentwurf C-11 zur Unterstützung der lokalen und nationalen Produktion

Der Beginn der Dreharbeiten für die Serie fällt mit der Zusage von 65 Mio. C$ (44 Mio. €) an Bundesmitteln über fünf Jahre für das Indigenous Screen Office zusammen, Kanadas unabhängiger nationaler Interessenvertretungs- und Finanzierungsorganisation für Filmschaffende der First Nations, Inuit und Métis.

Das Indigenous Screen Office half bei der Finanzierung des Baus eines neuen Filmstudios in Iqaluit für North of North und bei der Ausbildung von Nunavummiut für Produktionsrollen. Eine Möglichkeit, die Zukunft der Einwohnerschaft von Nunavut zu sichern, die an einer Karriere in der 7. und 8. Kunst interessiert sind, und gleichzeitig lokale audiovisuelle Produktionen zu entwickeln.

Für die kanadische Plattform von Netflix, die damit eine neue kanadische Produktion in ihren Online-Katalog aufnehmen kann, hat die Produktion noch keinen Ausstrahlungstermin genannt. Seit April letzten Jahres hat Kanada die Gesetzesvorlage C-11 eingebracht, die für Streaming-Plattformen wie Netflix, Amazons Prime Video und Disney+ die gleichen Vorschriften vorsieht wie für nationale Kanäle. Daher muss jeder Rundfunkdienst zur Schaffung und Verbreitung von kanadischen Geschichten und Musik beitragen und die Kunstschaffenden des Landes unterstützen.

Im Falle der Nichteinhaltung des Gesetzes können die Fernsehveranstalter mit Sanktionen und Geldstrafen belegt werden. In den letzten fünf Jahren hat Netflix mehr als 5 Milliarden C$ (fast 3,5 Milliarden Euro) für kanadische indigene und nicht-indigene Produktionen ausgegeben.

Mirjana Binggeli, PolarJournal

Mehr zu diesem Thema

Print Friendly, PDF & Email
error: Content is protected !!
Share This