«Arctic Deep» – Expedition zum tiefsten Punkt der Arktis | Polarjournal
Ein Vulkanschlot in grosser Tiefe. (Foto: Ocean Census)

Die «Ocean Census Arctic Deep» Expedition soll unser Verständnis der Artenvielfalt der tiefsten Meereslebensräume des Arktischen Ozeans neu definieren. Die Arktis ist nach wie vor eine der am wenigsten erforschten Regionen der Erde. Dies gilt insbesondere für den Tiefseebereich des Arktischen Ozeans mit einer durchschnittlichen Tiefe von über 1’000 Metern, wobei ein Grossteil seines Meeresbodens in arktischen Breiten schwer zu erforschen ist. Allerdings liegen in dieser ausgedehnten, tiefen und kalten Umgebung artenreiche Lebensräume voller unzähliger Arten und Ökosysteme, von denen viele noch unentdeckt oder von der Wissenschaft nur unzureichend erforscht sind.

Die Wissenschaftler hoffen auf eine „bahnbrechende wissenschaftliche Erkundung“, wenn sie den tiefsten Punkt des Arktischen Ozeans erreichen. (Foto: REV Ocean)

Unter der Leitung einer Allianz zwischen der Nippon Foundation, Nekton and Ocean Census, sowie UiT (The Arctic University of Norway) und REV Ocean bringt die Expedition ein multidisziplinäres Team von 36 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Medienexpertinnen und -experten aus 15 führenden akademischen Institutionen zusammen, um neue Entdeckungen zu machen. Dabei erforschen und dokumentieren Sie diese unerforschte Region. Ziel der Mission ist die Entdeckung neuer Meeresarten in der Arktis und der Barentssee.

Prof. Alex Rogers, Wissenschaftsdirektor bei Ocean Census erklärt: „Ocean Census bietet eine seltene Gelegenheit, in einige der extremsten und unbekanntesten Lebensräume der Erde einzutauchen. Von hydrothermalen Quellen, Tiefseeebenen und mittelozeanischen Rücken bis hin zu Seebergen. Diese bemerkenswerten Umgebungen beherbergen eine Fülle unentdeckter Lebensformen. Wir gehen davon aus, Hunderte neuer Arten zu entdecken, von Schwämmen bis hin zu Korallen, Seeanemonen, Schnecken, kleinen Krebstieren und Tieren, die sich von chemischer Energie ernähren, wie etwa Bartwürmer.“

Die Forschungsplattform während der Expedition ist das norwegische Schiff «Kronprins Haakon». (Foto: Ocean Census)

Das Team startete die Expedition am 3. Mai 2024. Geplant ist, bis zum 31. Mai 2024 das moderne ferngesteuerte Tieftauchboot Aurora von REV Ocean und das qualifizierte Support-Team zu nutzen, um bahnbrechende wissenschaftliche Erkundungen an Bord der FS «Kronprins Haakon» des norwegischen Instituts für Meeresforschung zu ermöglichen. 


Das Tauchboot Aurora eignet sich für die anspruchsvollsten Aufgaben, ist hochgradig anpassbar und kann bei Bedarf mit zusätzlicher wissenschaftlicher Ausrüstung ausgestattet werden. Die Aurora bringt 4’250 Kilo (9.300 lb) auf die Waage.

Das Forschungsgebiet befindet sich in der Fram Strait. (Grafik: Heiner Kubny)

Das Forschungsgebiet umfasst ein breites Spektrum an Tiefseelebensräumen, darunter den Knipovich-Rücken, die Dumshaff Abyssal-Ebene, das Jøtul-Schlotfeld, den 46 Kilometer langen Svyatogor-Rücken, den Alta-Seeberg und die Molløy-Tiefe, mit 5.550 Metern der tiefste Punkt im Arktischen Meer, einige davon werden für den Tiefseebergbau ins Visier genommen.

REV Ocean wird vom Geschäftsmann Kjell Inge Røkke finanziert. CEO von REV Ocean ist ehemalige Geschäftsführerin des WWF Norwegen Nina Jensen. (Foto: REV Ocean)

Wer ist REV Ocean 

REV Ocean hat ein ehrgeiziges, aber einfaches Ziel: „Einen gesunden Ozean“ zu gewährleisten. Das Unternehmen wurde am 20. Juli 2017 gegründet und wird vom norwegischen Geschäftsmann Kjell Inge Røkke finanziert. REV Ocean wird eine neue Generation von Lösungen ermöglichen und das Bewusstsein für die globalen Auswirkungen auf die Meeresumwelt schärfen. „Wir müssen unser Verständnis des Ozeans verbessern, wichtige Interessengruppen aus Politik, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft mit diesem Verständnis in Einklang bringen und dieses Wissen in konkrete Lösungen umsetzen“. 

Nina Jensen, CEO von REV Ocean und ehemalige Geschäftsführerin des WWF Norwegen: „Wir freuen uns, UiT und Ocean Census auf der Extreme24-Expedition in die Arktis und die Barentssee zu unterstützen. Dies ist eine einzigartige Gelegenheit, einige der entlegensten und unbekanntesten Regionen unseres Planeten zu erkunden und gleichzeitig das Aurora ROV optimal zu nutzen“.

Im Anschluss an die Expedition werden Ocean Census und die UiT im Oktober 2024 in ihren Universitätslabors in Tromsø einen Workshop veranstalten, um die Artenentdeckung anhand der gesammelten Exemplare zu zeigen.

Die daraus resultierende Sammlung wird im Arktischen Universitätsmuseum von Tromsø untergebracht und stellt eine wertvolle Ressource für zukünftige Forschungsbemühungen dar.

www.revocean.org 

Heiner Kubny, Polarjournal

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