2-in-1-Update der interaktiven Antarktiskarte: Aktualisierte Daten & neuer Look | Polarjournal
Die Antarctic Digital Database kommt im neuen Look und liefert neben den topographischen Daten auch genauere Informationen zu den Forschungsstationen. Bild: Screenshot ADD, SCAR

Zeitgleich mit dem regelmäßigen Update der Antarctic Digital Database — der interaktiven Antarktiskarte — veröffentlichte der British Antarctic Survey kürzlich auch einen neuen interaktiven Kartenbetrachter.

Für sämtliche Operationen in der Antarktis, sei es in der Forschung, in der Logistik, im Umweltmanagement oder im Tourismus, sind aktuelle Karten in einer hohen Auflösung unverzichtbar. Mit neuen Inseln, der aktuellen Ausdehnung des Schelfeises und der aktualisierten Küstenlinie der Südlichen Orkney-Inseln liefern die im Mai veröffentlichten neuen Kartendaten entscheidende Informationen für die verschiedenen Akteure in der sich rasch ändernden antarktischen Umwelt.

Der British Antarctic Survey veröffentlichte die neuen Daten gemeinsam mit einem neuen, frei zugänglichen interaktiven Kartenbetrachter, der alle Datensätze der Digital Antarctic Database (ADD) vereint, die bis 60° südlicher Breite reichen und aus dem Datenkatalog heruntergeladen werden können: 

  • Küstenlinien, einschließlich Grundlinien und Fronten der Eisschelfe
  • Felsformationen
  • Höhenlinien
  • Seen
  • Moränen
  • Wasserläufe
  • Ozeanmaske

Darüberhinaus können die Forschungsstationen oder auch historisch bedeutsame Orte und Denkmäler angezeigt werden.

Die Karte zeigt die Ausdehnung des Wilkins-Eisschelf auf der Antarktischen Halbinsel wie sie in den letzten vier Versionen der ADD abgebildet wurden. Bild: Screenshot ADD, SCAR

Aufgrund der schnellen Veränderungen in der Antarktis, noch beschleunigt durch die globale Erwärmung, werden die Datensätze alle sechs Monate aktualisiert. Beispielsweise verschieben sich die Fronten von Eisschelfen unablässig — durch das Kalben großer Eisberge in Richtung Kontinent oder durch das schnellere Fließen von Gletschern in Richtung Ozean. Auch die Gletscher der Inseln verlieren so viel Eis, dass sich die Küstenlinien verlagern und neue, ehemals unter Eis verborgene Inseln zum Vorschein kommen, wie zuletzt auf den Südlichen Orkney-Inseln. All diese Veränderungen wurden beim jüngsten Update berücksichtigt.

In einer Bucht von Coronation Island, die zu den Südlichen Orkneyinseln gehört, sind Inseln zu sehen, die durch den Rückzug des Gletschers freigelegt wurden. Bild: Screenshot ADD, SCAR

Nicht zuletzt konnten die Kartendaten dank neuer, hochauflösender Satellitenbilder enorm verbessert werden. Die Position vorgelagerter Felsen und Inseln, die in früheren Versionen der Karte nicht oder an der falschen Stelle angezeigt wurden, sind nun deutlich genauer.

Die Antarctic Digital Database, ein Projekt des Scientific Committee on Antarctic Research (SCAR), ist eine nahtlose Zusammenstellung der besten verfügbaren topographischen Datensätze für die Antarktis. Sie wurde dem Handbuch der ADD Version 3.0 zufolge erstmals 1993 von SCAR auf CD-ROM veröffentlicht, Version 2.0 erschien im Jahr 1998 bereits im «World Wide Web».

Für das Sammeln und Aktualisieren der Daten sowie für deren Verwaltung und Verbreitung ist das Mapping and Geographic Information Centre (MAGIC) des British Antarctic Survey verantwortlich.

Julia Hager, Polar Journal AG

Link zur Antarctic Digital Database: https://add.scar.org/  

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