Inuit–Olympiade 2019 in Fairbanks | Polarjournal
Eine beliebte Disziplin ist das Ballkicken, der höchste Sprung gewinnt.

Die Olympiade der Inuit findet 2019 vom 17. bis 20. Juli statt. Veranstaltungsort ist das Carlson Center in Fairbanks. Bei dieser Olympiade messen Ureinwohner ihre Kräfte in Sportdisziplinen, die aus dem Leben im hohen Norden entstanden sind. Gleichzeitig bietet die Veranstaltung Einblicke in die Kultur- und Lebensweise mit kunsthandwerklichen Ständen und indianischen Tanzvorführungen.

Bis sie schreien vor Schmerz – Ohrziehen an der Inuit Olympiade.

«Knöchelhüpfen» und «Gewichte-ans-Ohr hängen» – so heissen zwei Disziplinen bei den «World Eskimo-Indian Olympics» in Alaska. Das Inuit Herz kennt keinen Schmerz. Nach diesem Motto finden jährlich jeweils in den Monaten Juli oder August die Wettkämpfe statt.  Über einen Zeitraum von vier Tagen messen sich die Völker des Nordens zum Wettkampf. Die Disziplinen entstammen aus dem Leben der Urvölker. Von jeher kamen die Bewohner der Arktis in den kleinen Dörfern zusammen, um sich in Spielen nach Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Konzentration zu messen.

Noch eine Disziplin welche Schmerzen verursacht – Ohr-Gewichtheben

Die Geschichte des Sportwettkampfes reicht bei den Ureinwohnern Alaskas tausende Jahre zurück. Die Walfänger suchten sich dabei früher die Stärksten und Geschicklichsten für ihre Walfangboote aus. Heute wetteifern die jungen Leute zum Spass, und um die Traditionen ihrer Völker aufrecht zu erhalten. Die Weisheit der Stammesältesten ist das Motto der Spiele, die seit 1961 jedes Jahr in Fairbanks ausgetragen werden. «Physische und mentale Disziplin, teilen und zusammenarbeiten – allzeit bereit, denn jede Schwäche kann eine Frage von Leben und Tod sein.»

Stockziehen – warten auf den richtigen Moment um den Gegner zu überlisten.

Die Jahrhunderte alten Disziplinen imitieren das, was früher bei den Eskimos fürs Überleben wichtig war: das «Knöchelhüpfen» etwa ist die Art, wie man sich unauffällig an Robben heranpirscht. Beim «Mann-in-die-Luft-werfen» ziehen mehrere Dutzend Männer rhythmisch eine Walrosshaut straff. Darauf steht ein Mann, der in die Luft geschleudert wird. Auf diese Weise musste früher einer Ausschau nach Beute halten.

Neben den Wettkämpfen werden auch die Miss-Wahlen durchgeführt.

Im Jahr 1961 veranstaltete die WEIO (World Eskimo Olympics) ihre Eröffnungsveranstaltung an den Ufern des Chena River in Fairbanks, Alaska im Rahmen der Feierlichkeiten zu den Goldenen Tagen. Die Veranstaltung wurde von der City of Fairbanks über die Handelskammer der Stadt gesponsert.

Nach viereinhalb Jahrzehnten, in denen die WEIO in Fairbanks stattfand, wurden die Spiele 2007 nach Anchorage, verlegt, nachdem ein erfolgreiches Angebot für die Ausrichtung der Veranstaltung eingegangen war. Die Mitglieder des WEIO-Vorstands waren besorgt, dass die Beamten von Fairbanks überheblich würden und entschieden sich, andere Veranstaltungsorte zu prüfen. Die Generalversammlung stimmte zu, dass die Spiele im Frühjahr am neuen Ort abgehalten werden. Die Veranstaltung in Anchorage erwies sich aber als zu kostspielig und die Spiele wurden wieder nach Fairbanks verlegt worden. Fairbanks wurde danach als ständiger Austragungsort von der WEIO anerkannt.

Im Jahr 2018 führte WEIO ein neues Logo ein, das vom Yu’pik-Künstler Aassanaaq Ossie Kairaiuak entworfen wurde. Das neue Design wurde gewählt, weil es die kulturellen Wurzeln der Organisation besser veranschaulicht. Es ist jetzt auf der WEIO-Website, auf weio.org und auf der Facebook-Seite enthalten

Quelle: World Eskimo-Indian Olympics, Alaska

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