Qantas auf der Jagd nach Aurora Australis | Polarjournal
Um das südliche Polarlicht zu sehen waren am 14. und 15. Mai zwei Qantas 787 Dreamliner in der Antarktis unterwegs (Foto: Brad Phipps / Chimu)

Von Mai bis Juli ist die Zeit des Jahres, in der die Aurora Australis-Lichtshow beginnt den Nachthimmel der südlichen Hemisphäre zu verzaubern. Um die Lichtshow zu sehen ist Qantas in den letzten Tagen mit 787-9 Dreamlinern bis zu einem südlichen Breitengrad von 60° in Richtung Antarktis geflogen. Bis Ende Juni werden noch einige Flüge in Richtung Antarktis starten.

Am 14. Mai verließ eine Qantas Boeing 787-9 am frühen Abend Brisbane, um eine 11,5-stündige Rundreise in den Süden zu unternehmen. Tags darauf startete ein weiterer Quantas-Flieger Sydney in Richtung Antarktis. An Bord befanden sich Passagiere, die bei einem Nachtflug die südlichen Polarlichter von ihrer besten Seite zu sehen erhoffen. Der letzte Aurora Australis-Flug findet Ende Juni statt. Die Flüge werden vom australischen Reiseveranstalter «Chimu» organisiert. 

Die Quantas Charterflüge wurden in sechs Zonen unterteilt. Die Preise begannen bei ca. 1.000 US-Dollar für einen Economy-Class-Sitz mit eingeschränkter Sicht. Um einen freien Blick und einen bequemen Sitz in einer Qantas Business Suite zu erhalten musste man bis zu 5.439 US-Dollar hinblättern.

Im Sommer organisiert «Chimu» zudem Antarktis-Tagesflüge ab verschiedenen australischen Städten. Diese fliegen über die Küste und die Berge der Ostantarktis. «Chimu» chartert auch einen Qantas-Flieger für einen jährlich stattfindenden Silvester-Antarktisflug.

Zu sehen ist der Flugverlauf des 11-stündigen Qantas Sonderfluges ab Sydney. (Foto: RadarBox)

Früher wurden auch Sightseeing-Flüge in die Antarktis ab Neuseeland angeboten. Nach einem tragischen Unfall des Fluges 901 der Air Zealand, bei dem alle 257 Menschen an Bord ums Leben kamen wurden weitere Flüge eingestellt und zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr angeboten.

Sightseeing-Flüge in die Arktis waren auch in Europa beliebt

Auch in Europa fand man bis vor kurzem diverse Arktis-Flüge im Internet. Meist handelte es sich um ‘Nordpol-Flüge’. Gestartet wurde in Deutschland. Der Veranstalter AirEvents charterte die Flieger bis zu deren Pleite bei Air Berlin.

Zur Sonnenfinsternis vom 20. März 2015, deren Verlauf von den Färöer-Inseln über den europäischen Nordatlantik bis über Spitzbergen reichte gab es ebenfalls Charterflüge.

Ein Airbus A340 der schweizerischen Fluggesellschaft «Edelweiss» sollte am 10. Mai 2019 zu einem 16-stündigen Sonderflug über die Arktis und den Nordpol abheben. Von Zürich aus sollte die Maschine über Deutschland, Dänemark und nach einem Tankstopp über Norwegen, die Barentssee, Spitzbergen zum Nordpol fliegen. Das Angebot sei derzeit weltweit einzigartig, meldete damals «AirEvents». Die Preise für den Flug bewegten sich zwischen 499 und 9.999 Euro.

Daraus wurde aber nichts. Nach heftigen Protesten von Seiten einiger Umweltschutz-Organisationen sagte «Edelweiss» den Flug ab.

Heiner Kubny, PolarJournal

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