Grösstes Arktis-Treffen kehrt wieder auf die Bühne zurück | Polarjournal
Das grösste globale Treffen arktischer Vertreter aus allen Sparten wird endlich wieder als reales Treffen stattfinden. Während drei Tage wird über alles, was die Arktis ausmacht, gesprochen und referiert. Video: Arctic Circle via Youtube

Die Pandemie der vergangenen 18 Monate hat nicht nur wirtschaftlich oder sozial das Leben stillstehen lassen. Auch das wichtigste und grösste Treffen arktischer Interessenvertreter, die Arctic Circle Assembly, fiel im vergangenen Jahr der Pandemie zum Opfer. Doch in diesem Jahr feiert das Meeting ein Comeback, zwar unter dem Eindruck grosser Gesundheitsmassnahmen, aber dennoch wieder als Direkttreffen. Und PolarJournal wird wieder dabei sein.

Mehr als 400 Redner und Präsentatoren werden während dreier Tage zu mehr als 1’000 Gästen aus 40 Ländern sprechen, gemäss den Angaben der Organisatoren. Damit kehrt das grösste globale Treffen arktischer Vertreter zwar etwas kleiner als noch vor der Pandemie, aber nicht weniger glorreich zurück auf die Bühne. Neben zahlreichen Experten aus den verschiedensten Bereichen werden auch hochrangige Gäste erwartet. Dazu zählen u.a. US-Senatorin Lisa Murkowski, EU-Fischerei- und Ozean-Kommissionspräsident Virginijus Sinkevičius und Schottlands Premier Nicola Sturgeon. Eingeladen hat einmal mehr der ehemalige isländische Präsident und Vorsitzende des Arctic Circle, Ólafur Ragnar Grímsson.

Das Treffen wird in diesem Jahr wieder als echtes Treffen stattfinden, nachdem es im letzten Jahr aufgrund der Pandemie als reiner Online-Event durchgeführt worden war. Damals konnten zwar auch wieder hochkarätige Redner gewonnen werden, die zu den verschiedensten Themen in der Arktis gesprochen hatten. Doch die vielen fehlenden Aspekte der normalen Arctic Circle Treffen wie der informelle Austausch am Rande der zahlreichen Sessions und die kulturellen Darbietungen konnten das reale Treffen nicht aufwiegen. Deshalb ist man nun umso glücklicher, sich wieder richtig treffen zu können. Ein mit grossem Aufwand betriebenes Sicherheitskonzept mit obligatorischem COVID-Testregime, Zertifikatspflicht und Maskenpflicht in verschiedenen Teilen, welches in Zusammenarbeit mit den isländischen Massnahmen erstellt wurde, sollen die Teilnehmer vor dem Virus schützen.

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr der Frederik Paulsen Arctic Academic Action Award verliehen. Damit soll Forschung im Rahmen der Klimawandelauswirkungen besonders ausgezeichnet werden.

Bei der letzten Ausgabe des Arctic Circle Assembly hatte die Schweiz mit ihren lange erwarteten Arktisstrategie für viel Lob und Aufsehen gesorgt. In diesem Jahr wird nun aus Schweizer Sicht die erstmalige Verleihung des «Frederik Paulsen Arctic Academic Action Awards» (FP4A) besonders interessant sein. Denn der namensgebende Philanthrop und Mäzen zahlreicher polarer Projekte, Dr. Frederik Paulsen, ist auch in der Schweizer Polarszene sehr aktiv und wohnt auch dort. Mit dem Preis sollen in Zukunft herausragende Aktionsprojekte, die den Auswirkungen des Klimawandels entgegenwirken, ausgezeichnet werden. Der Preis ist mit 100’000 Euro dotiert und einer für den Gewinner mit einer Zusammenarbeit mit der Universität der Arktis – Netzwerkes verbunden.

Der von 1996 bis 2016 regierende Präsident Islands, Ólafur Ragnar Grímsson, hatte das Arctic Circle Treffen 2013 zum ersten Mal durchgeführt. Das Ziel: Eine Plattform zu schaffen, die alle Interessen der Arktis zur Sprache bringt und wo zielgerichtet und interdisziplinär Strategien und Lösungen für arktische Probleme entwickelt werden können. Bild: Michael Wenger

Der Arctic Circle selbst ist eine seit 2013 ins Leben gerufene Plattform rund um die Zukunft der Arktis. In demokratischer Form sollen mittels Diskussion und Zusammenarbeit die Herausforderungen, denen sich die Arktis und ihre Bewohner gegenübersehen, angegangen und gelöst werden. Gegründet wurde das Netzwerk durch die Initiative von dem damaligen Präsidenten von Island Ólafur Ragnar Grímsson. Jährlich seit 2013 treffen sich nun die verschiedenen Organisationen, Partner, Ländern und anderen Interessenvertretern in Reykjavik zu diesem grössten Meeting für arktische Belange. Bis zu 2’000 Teilnehmer aus über 60 Ländern kamen bis vor der Pandemie dabei zusammen. Mit dem Morgen offiziell beginnenden Treffen wird dies wohl hoffentlich auch bald wieder erreicht. PolarJournal wird auf jeden Fall mit dabei sein und über seine sozialen Kanäle vom Treffen berichten.

Dr. Michael Wenger, PolarJournal

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