Zur Zeit der Dinosaurier wüteten Waldbrände in der Antarktis | Polarjournal
In früheren Zeiten war es in der Antarktis auf andere Art unwirtlich. Dies belegen die neuesten Resultate von Wissenschaftlern.

Nach Untersuchungen brasilianischer und deutscher Wissenschaftler wuchsen während der späten Kreidezeit, die vor vor rund 100 Millionen Jahren begann und vor 66 Millionen Jahren endete, auf James Ross Island in der Antarktis Nadelwälder und Farne. Viele Dinosaurier durchstreiften die Wälder auf der Suche nach Nahrung. Diese Zeit zählte zu einer der wärmsten Perioden der Erde.

Gleichzeitig kam es dort häufig zu großflächigen Buschbränden, wodurch die Wälder vollständig abbrannten und nur noch Holzkohlefragmente von ihnen übrig blieben. Ein Artikel dazu wurde in der Fachzeitschrift Polar Research veröffentlicht.

Wissenschaftler fanden die Fossilien in der Santa-Marta-Formation auf James Ross Island. (Foto: De Lima et al. 2021)

James Ross Island ist eine aus paläontologischer Sicht äußerst wichtige Vulkaninsel im Weddellmeer an der Spitze der Antarktischen Halbinsel, da dort Dinosaurierknochen gefunden wurden. Am Ende der Kreidezeit zerfiel der Superkontinent Gondwana und hinterließ separate Kontinente, darunter die Antarktis.

Die neuen Funde waren der erste Beweis für grosse Waldbrände auf James Ross Island vor etwa 84 bis 72 Millionen Jahren. Laut einer 2015 veröffentlichten Studie hat ein Team die ersten bekannten Hinweise auf Brände während der Dinosaurierzeit in der Westantarktis aufgezeichnet.

Wissenschaftler analysierten die auf James Ross Island gesammelten Fossilien, bei denen es sich um kleine Holzkohlefragmente mit einer Größe von 19-38 mm handelt. 

Durch das Rasterelektronenmikroskop wurde bestätigt, dass es sich bei diesen Fossilien wahrscheinlich um verbrannte Pflanzen handelte und sie wahrscheinlich von einem Nadelbaum namens Araucaria stammten.

Das Feldlager der Wissenschaftler auf James Ross Island auf der Antarktischen Halbinsel. (Foto: De Lima et al. 2021)

Großflächige Waldbrände waren in der späten Kreidezeit häufig und weit verbreitet, sagten die Forscher, wobei die meisten Beweise für diese Brände auf der nördlichen Hemisphäre gefunden werden. Es gibt auch einige dokumentierte Fälle auf der Südhalbkugel, wie zum Beispiel im heutigen Tasmanien und Argentinien.

Während der späten Kreidezeit brach der Superkontinent Gondwana auseinander und hinterließ Orte wie die Antarktis isolierter als zuvor. In dieser eisfreien Region gab es viele Zündquellen, darunter Blitzeinschläge, Feuerbälle von Meteoriten und vulkanische Aktivität, sowie eine brennbare Vegetation. Die hohen Sauerstoffwerte unterstützten zudem die Feuer, stellten die Forscher fest.

Heiner Kubny, PolarJournal

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