Vor 50 Jahren stillgelegtes A-Kraftwerk wird abgebaut | Polarjournal
Beamte des «Army Corps of Engineers» mit potenziellen Auftragnehmern, bei der Besichtigung des SM-1A Kernkraftwerk Fort Greely. (Foto: US Army Corps of Engineers)

Obwohl der kleine Kernreaktor im SM-1A-Werk im Fort Greely, in Alaska, zuletzt 1972 Strom lieferte, wird er erst jetzt abgebaut. Das «Army Corps of Engineers» treibt nun ein Projekt zur Stilllegung des eingemotteten Kernkraftwerks voran. Ein Team der Agentur hat nach einem dreiwöchigen Besuch in Fort Greely im August 2019 einen Auftrag zur Entwicklung von Plänen für den Abbau des Relikts aus der Zeit des Kalten Krieges in den nächsten 10 Jahren vergeben.

Einige der radioaktiven Komponenten des SM-1A, die nicht entfernt wurden, sind im zylindrisch geformten Dampfbehälter links in Zement eingegossen. (Foto: KUAC)

Aufgrund seiner abgelegenen Lage wurde Fort Greely als einer der ersten US-Militärposten ausgewählt, der unter der Schirmherrschaft des «Army Nuclear Power Program» über einen kompakten Kernkraftreaktor zur Erzeugung von Wärme und Strom verfügt hatte. Die Anlage wurde auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges gebaut. Der SM-1A war ein Feldprototyp eines mittelgroßen Kernreaktors, den die Armee während dieser Zeit für den Einsatz in abgelegenen militärischen Anlagen entwickelt hatte. Das Kernkraftwerk wurde zwischen 1960 und ’62 angeliefert und installiert. Der Druckwasserreaktor SM-1A wurde am 13. März 1962 in Betrieb genommen und nach nur 10 Jahren 1972 wieder stillgelegt. Bei der Stilllegung wurden der Brennstoff und der Abfall entsorgt, während die radioaktiven Komponenten des Reaktors in Zement eingeschlossen wurden. Dieses Verfahren hat die Strahlenmenge auf ein Niveau reduziert, das als sicher angesehen wurde. Seitdem wurde die Anlage kontinuierlich überwacht.

Die Anlage funktionierte nicht so wie Pentagon-Beamte erhofft hatten. Sie stellten fest, dass die Vorlaufkosten viel höher waren als erwartet und dass die Wartung der Anlage mehr kostete als ein Dieselkraftwerk. Zudem war der Reaktor anfällig auf Störungen. Deshalb wurde der Atom-Reaktor stillgelegt und durch eine mit Dieseltreibstoff betriebene Strom- und Wärmeanlage ersetzt.

Während eines Besuchs auf der Baustelle wirft John Litz einen Blick auf eine massive Luke über dem Sicherheitsbehälter, der zur SM-1A führt. Der Eingang ist seit der Abschaltung des Kernreaktors im Jahr 1972 verschlossen. (Foto: US Army Corps of Engineers)

Das «Army Corps of Engineers» hat ein Dokument herausgegeben, in dem Pläne zur Demontage des SM-1A Kernkraftwerks in Fort Greely dargelegt ist. Das Corps hat für Ende März zwei Treffen geplant, um über den Entwurf der Umweltprüfung zu sprechen und die Öffentlichkeit ermutigt, sich dazu zu äußern.

Der Entwurf der Umweltprüfung untersucht die Auswirkungen des Abbaus der Anlage auf die Umwelt. Laut der Projektmanagerin Brenda Barber, die ein Team aus dem Büro des Corps in Baltimore leitet, wird es Jahre dauern, bis der Rest des Kernkraftwerks abgebaut und entsorgt ist. “Wir planen eine Mobilisierung des Standorts im April 2023 mit einem Fertigstellungstermin von 2028”, sagte sie letzte Woche in einem Interview.

Der «Army Corps of Engineers» Oberstleutnant John Litz und die Projektmanagerin des Baltimore-Distrikts, Brenda Barber, tauschen Ideen zum Abbau und zur Stilllegung des Kernkraftwerks von Greely aus. (Foto: US Army Corps of Engineers)

Noch immer sind einige Teile des existierende Dieselkraftwerks mit der alten Anlage verbunden. Um die verbleibenden Kernkomponenten zu zerlegen und zu entfernen, muss der Projektauftragnehmer zunächst die beiden Versorgungssysteme vorsichtig trennen, um den Wärme- und Stromfluss nicht zu unterbrechen.

„Wir planen also die Trennung dieser beiden Enden der Einrichtungen, damit wir unsere Arbeit umsetzen können, ohne die Versorgung in Fort Greely zu beeinträchtigen“, sagte Projektmanagerin Brenda Barber. 

„Man kann mit Sicherheit sagen, dass die Gesundheit der Arbeiter und der Umwelt nicht gefährdet ist“, meinte Brenda Barber. Sie sagte, dass sich das Projekt noch in einem frühen Stadium befindet und frühestens 2026 abgeschlossen sein wird.

Laut Barber vergab das Corps im Dezember einen Auftrag über 4,6 Millionen US-Dollar an ein in Virginia ansässiges Unternehmen, um einen langfristigen Plan für das Projekt zu entwickeln. Dies hilft unter anderem den Beamten der Behörde zu bestimmen, wie viel von SM-1A nach seiner Ausserbetriebnahme übrig bleibt.

Heiner Kubny, PolarJournal

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