McMurdo – neues Rechenzentrum erst ab 2023 in Betrieb | Polarjournal
So soll das neue Rechencenter nach der Fertigstellung aussehen (Foto: USAP, Ferraro Choi)

Covid-19 verzögert eine 11.000 m² große Anlage in der amerikanischen McMurdo-Station. Die Fertigstellung war für 2020 geplant. Nach neusten Berechnungen soll das Rechencenter nun 2023 online gehen. Die Forschungs- und Logistikbasis der McMurdo-Station befindet sich auf Ross Island, etwa 3.860 km südlich von Christchurch und 1.360 km vom Südpol entfernt.

Die neue Einrichtung für Informationstechnologie und Kommunikation wurde erstmals 2018 angekündigt. Die Anlage hat ein Ausmass von 11.000 Quadratmeter und erstreckt sich über zwei Stockwerke. (Foto: USAP, Ferraro Choi)

Die Arbeiten an dem Gebäude, das auf dem NSF-Gelände als ITC-Prime bezeichnet wird, begannen etwa im Februar 2019 und sollten sich über zwei südliche Sommer erstrecken und ursprünglich Ende 2020 abgeschlossen sein. Aufgrund von Covid- 19 wurde der Fertigstellungstermin nun auf 2023 verschoben.

„Die Fertigstellung des neuen McMurdo-Rechenzentrums wurde jedoch durch die weltweite Covid-19-Pandemie beeinträchtigt“, sagte Mike England, Medienbeauftragter der National Science Foundation, gegenüber der Nachrichteplattform Data Center Dynamics. „Unter der Annahme eines anhaltenden Rückgangs von Covid erwartet das NSF die Fertigstellung der Bauten und Inbetriebnahme des Rechenzentrums bis Ende 2023.“

Die McMurdo-Station ist über diverse Satelliten und Antennen hervorragend mit dem Rest der Welt verbunden. (Foto: NSF)

Die neue Einrichtung wird als Ergänzung zum bestehenden Science Support Center entwickelt. Die Erweiterung besteht aus zwei Etagen, wobei die untere Etage elektrische Energieanlagen, Backup-USV-Systeme und den Eingang der Telekommunikation und den Anschluss an die interne Kabelverteilung beherbergt.

Die zweite Etage ist die Etage des Rechenzentrums für das Betriebsdatenzentrum des NSF, der McMurdo Station und einige Bereiche für die kombinierten NASA Near Earth Networks, sowie für das NOAA Joint Polar Satelliten.

Nach Fertigstellung wird die neue IT&C-Einrichtung nicht nur der Antarktisforschung des von des NSF verwalteten United States Antarctic Program (USAP) zugutekommen, sondern auch der NASA und der National Oceanic and Atmospheric Administration, die auch die Antarktisforschung unterstützen.

Das Projekt ist ein erster Schritt zu einem geplanten Gesamtumbau der McMurdo-Station.

Die McMurdo-Station ist die größte Forschungsstation in der Antarktis und wird vom United States Antarctic Program (USAP) der US-Regierung betrieben. Die ganzjährig genutzte Einrichtung wurde 1955/56 auf der Ross-Insel an der Küste des McMurdo-Sunds für das Internationale Geophysikalische Jahr errichtet und besteht heute aus mehr als 85 Gebäuden. Im Winter beherberg die Station ca. 250 Personen, welche im Sommer auf ca. 1100 Personen aufgestockt wird. (Foto: Webcam, 24.11.2021)

Gemäß einem Präsidentenmandat aus den 1980er Jahren ist das NSF für den Betrieb und die Wartung von McMurdo und den beiden anderen ganzjährigen Antarktis-Forschungsstationen des Landes verantwortlich. Über die USAP koordiniert und unterstützt das NSF auch die gesamte US-amerikanische Antarktisforschung, einschließlich Projekte, die von anderen Bundesbehörden unterstützt werden.

Heiner Kubny, PolarJournal

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