Nornickel zu 1,62 Milliarden Euro Strafe verurteilt | Polarjournal
Im Mai 2020 liefen 21.000 Tonnen Dieseltreibstoff in die Gewässer rund um Norilsk. Dabei handelt es sich um eine der grössten Umweltkatastrophen in der Arktis. (Foto: Nornickel)

Das Gericht hat am 5. Februar 2021 entschieden, dass die „Norilsk-Taimyr Energy Company“ wegen Umweltschäden zu einer Zahlung von 146 Milliarden Rubel (1,62 Milliarden Euro) zu verurteilen sei. Anlass dazu war das Auslaufen von mehr als 21.000 Tonnen Dieselöl. Dadurch wurden im Mai 2020 Flüsse, Seen und gefährdete Feuchtgebiete verseucht. Die Geldbusse ist beispiellos, noch nie zuvor ist in Russland ein Unternehmen zu einer so hohen Strafe verurteilt worden.

Beamte von «Rosprirodnadzor» bei einer Anhörung der Klage gegen NTEK, (Foto: Andrei Marmyshev / TASS)

Die Richter des Schiedsgerichts Krasnojarsk haben am 5. Februar ihr Urteil im Fall gegen die «Norilsko-Taymyrsky Energy Company» (NTEK) verkündet. NTEK muss nach dem Urteil 146,18 Milliarden Rubel (1,62 Milliarden Euro) für die gravierenden Umweltschäden zahlen.

Die russische Umweltschutzbehörde «Rosprirodnadzor» hat das Unternehmen verklagt, nachdem Ende Mai 2020 mehr als 21.000 Tonnen Dieselkraftstoff aus einem kollabierten Öltank ausgelaufen war.

«Nornickel» machte zuerst den schmelzenden Permafrost für den Zusammenbruch des Kraftstofftanks verantwortlich. Dies bewahrheitete sich nicht. Untersuchungen ergaben, dass das Ölreservoir aufgrund von Konstruktionsfehlern und Missmanagement durch das Unternehmen geborsten ist. «Nornickel» versuchte zuerst das Desaster zu verbergen. Satellitenaufnahmen brachten das Ausmass zu Tage. Sowohl Umweltschützer als auch Behörden nannten die Verschüttung die schlimmste ökologische Katastrophe, die jemals in der Arktis aufgetreten ist.

„Wir sind glücklich, wir haben gewonnen. Ich bin sicher, dass dieses Geld für die Lösung von Umweltproblemen ausgegeben wird“, sagte Svetlana Radionova, Leiterin von «Rosprirodnadzor». „Ich denke, dass die Regierung eine solche Entscheidung treffen wird. Wir machen diese öffentliche Geschichte noch offener.“

«Rosprirodnadzor» schätzte die Umweltschäden auf fast 148 Milliarden Rubel. «Nornickel» widersprach und führte an, dass sich nach eigenen Berechnungen die Schäden lediglich mit 21,4 Milliarden Rubel zu berechnen sei.

Svetlana Radionova Geschäftsführerin der Umweltschutz-Behörde «Rosprirodnadzor» ist mit dem Urteil zufrieden. (Foto: Archiv)

„Nach russischem Recht tritt das Urteil nach einem Monat ab dem Datum der Verurteilung in Kraft, wenn keine Berufung eingelegt wird. «Nornickel» wird das Gerichtsurteil nach Erhalt des vollständigen Textes sorgfältig prüfen “, sagte das Unternehmen in einer Erklärung.

Heiner Kubny, PolarJournal

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