Neues South Georgia-Video mit Sir David Attenborough | Polarjournal

Bemerkung: Aus rechtlichen Gründen darf das Video nur auf der Seite der Verwaltung von Südgeorgien und den Südsandwichinseln betrachtet werden. Daher haben wir am Ende des Artikels einen direkten Link auf die Seite mit dem Video eingebaut. Wir wünschen viel Vergnügen!

Die Bergkette, die den Rücken von Südgeorgien bildet, ist etwas vom Ersten, das ein Besucher nach Tage auf See erblickt. An den Stränden am Fuss der Berge leben hunderttausende von Pinguinen und Robben während sich zahllose Seevögel in der Luft tummeln. Ein magisches Naturparadies. Bild: Michael Wenger

Südgeorgien ist ein Naturparadies mitten im wilden Südatlantik, jenseits der antarktischen Grenze. Die rund 160 Kilometer lange, aber nur 38 Kilometer breite Insel besticht durch ihre wilde Schönheit und die Millionen von verschiedenen Tier- und Pflanzenarten. Kein Wunder steht das Juwel auf der Liste der Reedereien für Expeditionsreisen. Um die Natur zu schützen und trotzdem der Öffentlichkeit zeigen zu können, bestehen strenge Regeln sowohl für Tourbetreiber wie auch Besucher. Nun hat die Verwaltung des britischen Überseegebietes ein neues, professionelles Video veröffentlicht, in welchem niemand anders als Sir David Attenborough die zukünftigen Besucher über die Regeln und die Insel aufklärt.

Das knapp 19-minütige Video wurde mit der Idee kreiert, zwei Botschaften zu vermitteln: wie man sich in dieser Landschaft verhält, damit der Besuch zu einem für Natur und Tourist nachhaltigen Erlebnis wird und dass es für die Natur möglich ist, sich von schweren menschlichen Einschnitten zu erholen, wenn man ihr die Chance dazu bietet. Denn industrieller Walfang, Robbenjagd, unkontrollierter Fischfang und eingeschleppte Arten haben in der Vergangenheit der Insel und ihren Bewohnern schwer zugesetzt.

«Südgeorgien zeigt uns, wie viel besser unser Planet sein kann, wenn wir lernen, im Einklang mit der Natur zu leben.»

Dame Jane Francis DCMG, British Antarctic Survey

Doch dank der harten und unermüdlichen Arbeit von einigen Gruppen wie dem South Georgia Heritage Trust, der GSGSSI-Verwaltung der Insel und Organisationen wie der Internationalen Gesellschaft der Antarktisreisenanbieter IAATO war es möglich, dieses Ökosystem wieder auf den Weg der Erholung zu bringen. Dazu meint Dame Jane Francis DCMG, Leiterin der British Antarctic Survey: «Südgeorgien ist ein echtes Juwel im Südpolarmeer. Die atemberaubende Szenerie und das erstaunliche Tierleben erfüllt einem mit Ehrfurcht und lässt einen nachdenken über die unglaubliche Schönheit der Insel in ihrem natürlichen Zustand. Südgeorgien zeigt uns, wie viel besser unser Planet sein kann, wenn wir lernen, im Einklang mit der Natur zu leben.»

Wenn Besucher vor hunderttausenden von Königspinguinen stehen, eingebettet in die Kulisse mächtiger Berge und (noch) mächtiger Gletscher, ist es für viele ein Aha-Moment und ein Augenöffner für die Schönheit der Natur. Video: Michael Wenger

Das neue Video wurde von der britischen Firma Silverback Films Ltd. produziert und beinhaltet neben BBC-Archivmaterial auch neues Filmmaterial der Firma und von Privatpersonen zur Verfügung gestellte Aufnahmen. Auch einige IAATO-Mitglieder waren an der Herstellung des Filmes beteiligt, besonders in logistischer Form. Dazu meint die Geschäftsführerin der IAATO Gina Greer: «Die IAATO ist stolz darauf, eine Rolle dabei gespielt zu haben, «South Georgia – A Visitor’s Guide» Wirklichkeit werden lassen und wir freuen uns darauf, den Film zukünftigen Besuchern zeigen zu dürfen.» Der Film wird an Bord von IAATO-Mitgliedschiffen den Gästen gezeigt, um sie mit den Verhaltensregeln auf Südgeorgien bekannt zu machen.

«Mit dem Verständnis, wie kleine Aktionen grosse Auswirkungen haben können, zielen wir darauf hin, Besucher zu inspirieren, auf eine umweltbewusstere Art zu leben, die unseren Planeten erhält und ihn nicht zerstört.»

H.E. Nigel Phillips, Goouverneur Falkland Islands

Dass dies wichtig ist, zeigen die steigenden Zahlen von Besuchern auf der Insel: In den vergangenen 20 Jahren ist die Touristenzahl von knapp 2’100 auf über 10’000 Besucher pro Jahr gestiegen. Und die Tendenz ist trotz Corona-Krise immer noch steigend. Der Verwaltungschef von Südgeorgien und Gouverneur der Falklandinseln, Seine Exzellenz Nigel Phllips CBE sagt: «Es ist ein Privileg, der Bevollmächtigte und der Wächter eines der aussergewöhnlichsten Orte der Welt zu sein. (…) Mit dem Verständnis, wie kleine Aktionen grosse Auswirkungen haben können, zielen wir darauf hin, Besucher zu inspirieren, auf eine umweltbewusstere Art zu leben, die unseren Planeten erhält und ihn nicht zerstört.» Dafür ist Südgeorgien auch genau richtig. Denn die Insel gilt heute als die grösste Ansammlung von Meeresvögel und Meeressäugetiere der Welt.

«Es wird inspirieren, es kann Ihnen sogar den Atem rauben.»

H.E. Nigel Phillips, Gouverneur Falkland Islands über den Film

Der Film soll aber nicht nur eine Erinnerung an die Verhaltensregeln sein. Vielmehr wollen die Macher und die Verwaltung der Insel zeigen, dass die Natur in der Lage ist, entgegen aller Erwartungen, stark beeinträchtige Gebiete wieder für sich zurückzuerobern, wenn man die entsprechende Hilfe liefert. Sir David Attenborough, der mit seiner markanten Stimme durch den Film begleitet, sagt eingangs des Filmes auch: «Lasst (Südgeorgien) es eure Inspiration sein, die Natur zu suchen und spielt eine Rolle beim Schutz und der Wiederherstellung unseres Planeten, wo immer und wie immer ihr auch könnt.» Auch Nigel Phillips CBE wünscht sich, dass die Zuschauer sich von der Arbeit zum Schutz von Südgeorgien inspirieren lassen. «Dieser Film zeigt auf wunderbare Weise die Ergebnisse der unermüdlichen Arbeit vieler Menschen in den Jahrzehnten, in denen Sir David Attenborough sie besucht hat. Nur aufgrund ihrer Bemühungen kann dieser Film eine so bewegende Geschichte eines sich erholenden Ökosystems erzählen. Es wird inspirieren, es kann Ihnen sogar den Atem rauben.»

Das kulturelle und historische Erbe Südgeorgiens zu bewahren ist wichtig für das Schutzkonzept. Denn der Klimawandel beeinträchtigt die alten Gebäude und Strukturen, deren Verschwinden auch die Fehler der Vergangenheit verschwinden lassen würden. Bild: Michael Wenger

Doch trotz der Erfolge, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten für den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt erzielt worden ist, ist die Bedrohung auch heute noch nicht vorbei. Global verursachte Probleme wie Plastikverschmutzung, illegale und überbordende Fischerei und der Klimawandel beeinträchtigen die Insel und ihre Bewohner. Neben den Tieren und Pflanzen sind es auch die historischen Stätten, die unter der Erwärmung leiden. Der Erhalt dieser Orte ist aber für die Schutzbemühungen wichtig. Denn sie sollen als Mahnmale dienen, was passiert, wenn menschliche Gier und Unfähigkeit verhindern, die grösseren Zusammenhänge zu sehen. Und dies ist etwas, was man gerade hier nie wieder erleben will.

Hier liegt der Link zur Webseite der Verwaltung von Südgeorgien und den Südsandwichinseln und dem brandneuen Video (Klick ins Bild). Dauer des Videos: 19 min (Achtung: Videosprache ist Englisch)

Dr. Michael Wenger, PolarJournal

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